Sie helfen Greifvögeln, Eulen, Störchen und anderen Wildvögeln bei der Genesung

Der Seeadler kuriert seinen Schultergürtelbruch aus. Foto: ubu

Großenaspe. Der Wildpark Eekholt ist vielen bekannt als Naturerlebnispark, in dem über 700 heimische Wildtiere auf einer Fläche von 67 Hektar in ihren natürlichen Lebensräumen zu beobachten sind. Gegründet wurde der Wildpark am Nordrand des Segeberger Forstes 1970 von Hans-Heinrich Hatlapa und seiner Ehefrau Theda Hatlapa als Rotwildforschungsgehege. Inzwischen wurde der Wildpark bereits mehrfach als „Regionales Pädagogisches Umweltzentrum“ und als „Bildungspartner für Nachhaltigkeit“ ausgezeichnet.

Weniger bekannt ist, dass der Wildpark Eekholt auch eine Vogelpflegestation betreibt. Verletzte oder verwaiste Tiere werden hier medizinisch betreut und gepflegt, immer mit dem Ziel, die Tiere wieder ihrem natürlichen Lebensraum zuzuführen. 150 bis 250 Tiere werden pro Jahr versorgt, davon etwa die Hälfte Jungvögel, deren Überlebensprognose in der Regel sehr gut ist. Die andere Hälfte sind verletzte Tiere oder entkräftete Alttiere. „Wir möchten den Tieren eine Chance geben, mit unserer Hilfe wieder fit für ein Leben in der freien Natur zu werden“, sagt Dr. Elvira Freifrau von Schenck, Fachtierärztin für Zoo-, Wild- und Gehegetiere. Manchmal sind Verletzungen aber auch so schwer, dass man die Tiere erlösen muss. Sind die Tiere zwar behandelbar, aber können nicht mehr ausgewildert werden, werden sie in den Kreis der Wildparktiere integriert, wie beispielsweise Störche, die nach einer ausgeheilten Verletzung nicht mehr flugfähig sind. Hervorzuheben ist die Bedeutung der Vogelpflegestation als zentrale Auffangstation für Seeadler. Diese majestätischen Tiere erleiden durch Windräder, Hochspannungsleitungen oder vergiftete Nahrung immer häufiger lebensbedrohliche Verletzungen. Hier bietet der Wildpark Eekholt mit seiner jahrelangen Erfahrung und der optimalen Ausrüstung beste Voraussetzungen, um den verletzten Tieren zu helfen. 

Zurzeit befindet sich ein junger Seeadler in der Pflegestation, er hatte sich den Schultergürtel gebrochen. Zwei Rohrweihen wurden gerade wieder in die freie Natur entlassen. Die eine befand sich bereits seit vergangenem Herbst in der Pflegestation, da sie nach einer Infektion und damit verbundener Operation nicht rechtzeitig fit wurde für den Vogelzug. Die andere kam Anfang Juni in die Station, sie hatte einen Flügelbruch, der sehr schnell verheilt ist. Vor einigen Tagen wurde bei Kisdorf ein Storch gefunden, der einen Schlüsselbeinbruch hatte. Der Bruch ist bereits zusammengewachsen und nach einer abschließenden Begutachtung seiner Flugfähigkeit in der großen Freiflugvoliere wurde er bereits wieder zu seinem Horst zurückgebracht. Eine Waldohreule erholt sich seit Anfang Juli in einer der neuen Volieren von einem Anflugtrauma. Ihr Gleichgewichtssinn muss erst wieder funktionieren. Ein Uhu soll Anfang August wieder in die Freiheit entlassen werden, er hatte sich in Stacheldraht verfangen.

Finanziert wird die Einrichtung durch den Förderungsverein Wildpark Eekholt und die Heinz-Sielmann-Stiftung. Aber auch private Einzelspenden, Firmenspenden und Tierpatenschaften tragen zur Finanzierung bei. „Der Mensch hat eine gewisse Verantwortung gegenüber den Tieren, sie kommen durch die Menschen in die Notsituation, also sind sie auch in der Verantwortung, ihnen da herauszuhelfen“, findet Geschäftsführer Wolf-Guntram Freiherr von Schenck. Unter der zentralen Rufnummer Tel. 04193/99230 bekommt jeder kompetente Auskunft, ob ein vermeintlich verletztes Tier oder verlassenes Jungtier Hilfe benötigt. „Es ist wichtig, immer erst hier anzurufen, bevor jemand ein Tier einfängt. Denn vermeintlich hilflos muss nicht wirklich hilflos sein, und gut gemeint ist nicht immer gut. Besonders bei Jungtieren gilt, es ist immer besser, sie in der Natur zu belassen, denn die Elterntiere können es besser als wir. So können Fehlprägungen vermieden werden, Feindvermeidung besser erlernt werden“, sagt die Expertin.

Weitere Infos zur Wildtierstation, Spendenmöglichkeiten und Tierpatenschaften gibt es online unter www.wildpark-eekholt.de