Start des zwölften ICE-Jugendcamps

Am 3. Juli startete der Traditionssegler „Ryvar“ in Kiel. An Bord lernen die zehn Jugendlichen viel über den Klimawandel. Foto: bmd

Kiel. Zehn Jugendliche aus fünf Nationen starteten letzte Woche in der Hörn der Kieler Förde auf dem Segelschiff „Ryvar“ zu einer zehntägigen Seminarreise im Rahmen des Camps „Ice-climate-education“. Es ist das zwölfte Jugendcamp, das unter Leitung von Arved Fuchs stattfindet. 

 Einmal im Jahr werden zehn bis zwölf Jugendliche ausgewählt, die am Nordpolarkreis, in europäischen Gletscherbereichen oder auf einem Traditionssegler sich mit den Ursachen des Klimawandels und dessen Auswirkungen beschäftigen. „Die Jugendlichen von heute sind die Entscheidungsträger von morgen“, so Arved Fuchs. 

Wie im vergangenen Jahr kreuzen die Jugendlichen durch die westliche Ostsee, um an Bord ihr Wissen mit Vorträgen von Wissenschaftlern namhafter Forschungsinstitute zu erweitern und an Planspielen teilzunehmen.

„Sie sollten frühzeitig verstehen, dass der Schutz des Klimas, der Erhalt der Artenvielfalt und der Naturschutz eine elementare Forderung sein müssen“, so Arved Fuchs, Träger des Bundesverdienstkreuzes und zahlreicher Umweltpreise. „Nur so kann bei einer wachsenden Weltbevölkerung Lebensraum, Nahrung und Lebensqualität gewährleisten werden. Und nur sie können die entsprechenden Weichenstellungen treffen.“

Die Auswahl der Expeditionsteilnehmer lief über ein Bewerbungsverfahren, dass die Nürnberger Stiftung „in.media.vitae foundation“ übernahm. Die operative Durchführung liegt weiterhin ehrenamtlich in den Händen von Mitgliedern des Fuchs-Teams. Die Bordsprache ist Englisch. Mit dabei ist auch die wissenschaftliche Mitarbeiterin Christina Schmidt vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung in Kiel. Die 26-Jährige, aus Hitzhusen stammend, nahm selbst vor neun Jahren als Schülerin am ICE-Camp in Húsavík auf Island teil. Sie befindet sich bereits im Masterstudium für Meteorologie und physikalische Ozeanographie. „Die Initialzündung zu diesem Studienfach ergab sich damals aus dem ICE-Camp“, erzählt die Studentin. Diese Erfahrungen machte auch Prof. Dr. Dirk Notz vom Max-Planck-Institut Hamburg: „Bei zahlreichen der bisher über 160 jungen Leuten wurden die Weichen für ihren späteren Beruf im Jugend-Camp gestellt.“ 

Den Auftakt der Vortragsreihe an Bord startete Notz mit dem Thema „Klimawechsel“. Dabei erläuterte Notz das Klimasystem unseres Planeten Erde, die Entwicklung in der Vergangenheit und die jetzige Situation seit der Industrialisierung. „Die CO2-Konzentration von damals, rund 280 parts per million (ppm), hat sich auf circa 411 ppm erhöht, und damit wurde die magische Grenze von 400 ppm bereits überschritten“, so Notz. Dieser Anstieg habe bereits zur Erwärmung der Erdatmosphäre von etwa einem Grad geführt. 

Besonders spannend und nachhaltig ist im zweiten Teil des zehntägigen Camps ein Planspiel, initiiert durch den Hamburger Pädagogen Ulrich Jordan. Im Rahmen dieses Planspiels sollen die Jugendlichen über die Folgen einer Ölkatastrophe in der Arktis diskutieren. Schließlich führen die ICE-Camp-Teilnehmer im Rahmen eines weiteren Planspiels eine Abschlusskonferenz durch, die mit der Unterzeichnung einer Resolution der Jugendlichen endet.

Der Traditionssegler „Ryvar“ wird nach einer informativen und spannenden Reise voraussichtlich am Freitag gegen 18 Uhr im Flensburger Museumshafen festmachen.