Tollkühne Piloten in Seifenkisten

Der vierjährige Tjark war der jüngste Seifenkistenpilot. Foto: pa

HARTENHOLM. 17 Teilnehmer zwischen vier und 78 Jahren starteten in sieben Fahrzeugen beim ersten Seifenkistenrennen in Hartenholm auf der Straße Wiesendamm. Der beste Fahrer benötigte 42 Sekunden für die gut 200 Meter lange Strecke. Die Kinder- und Jugendvertretung (KiJuVH) mit Linus und Linnea Schwetje, Felix Schlenke, Melvin Engelke und Tom-Ole Poggensee hatte sich die Veranstaltung als Abschluss des diesjährigen Ferienspaßes der Gemeinden Hartenholm, Hasenmoor und Schmalfeld ausgedacht. Das Rennen wurde vor rund 150 begeisterten Zuschauern zu einer richtigen Grand-Prix-Party. „Ich würde mir wünschen, dass wir das zu einer Tradition werden lassen“, sagte Bürgermeister Karl-Heinz Panten, der allen Akteuren und den vielen Helfern dankte sowie den Zuschauern versprach, beim nächsten Mal für Sitzplätze zu sorgen.

Alte und junge Seifenkistenfans

Jüngster Pilot war der vierjährige Tjark. Er hatte zwar seinen Trecker mitgebracht, ging aber in der KiJuVH-Kiste mit dem Holmi-Motiv an den Start. Der kleine Hirsch ist das Ferienmaskottchen im Dorf. Die schnelle Kiste trägt Fahrer aller Gewichts- und Größenklassen. Schnellster Fahrer war bei den Erwachsenen Heinrich Meier. Der 67-Jährige aus Daldorf ist mit seinem Kollegen Peter Patjens (78) seit Jahren Fan von Seifenkisten. Patjens hatte die erste im Jahr 2000 für seinen Enkel konstruiert, ein Jahr später baute er aus Polyester eine Rakete mit Kopfhaube, die er selbst in Hartenholm fuhr. „Irgendwann waren die Enkel zu groß, da sind wir selbst in die Kisten gestiegen“, sagte der Daldorfer.

Kreativität beim Umbau

Bester Jugendlicher war Jerik Hartmann mit 45 Sekunden als Bestzeit der beiden Durchgänge. Vor Till Brandt und Thorge Hartmann platzierte er sich in einem umgebauten Gokart und bestach durch eine perfekte Linienführung. „Da die Fahrzeuge nicht über einen eigenen Antrieb verfügen sollten, wurden für unser Gemeinschaftsmodell Kette und Pedale ausgebaut“, erzählte Vater Ivo Brandt. Der achtjährige Mika trat mit einem schicken Dino auf Rädern an, Joris und Theo (beide 9) machten sich als „Die wilden Kerle“ auf die Fahrt. Tom-Ole hatte auf der von der Firma Hartmann und dem Feuerwehrmann Felix Schröder gebauten Rampe auf einem umgebauten Dreirad Platz genommen. Die mangelnde Aerodynamik seines Gefährtes machte er durch eine perfekte Rennhaltung auf dem Rad wett. Keine Konkurrentin hatte die zehnjährige Jonna als einzige Pilotin. Mit der KiJuVH-Kiste kam sie in der Endabrechnung auf Platz vier.

Egal, wer die Straße herunterfuhr: in der von Strohballen gesicherten Kurve standen die zahlreichen Zuschauer und feuerten sie an.