Unterstützung, Spaß und Sport

Cheyenne Nordström (rechts) aus Seedorf ist seit einem Jahr beim Kickboxen und macht bereits gute Fortschritte. Foto: mtr

BAD SEGEBERG. (MTR) Das war nichts für Zartbesaitete: Die Kreissporthalle in der Burgfeldstraße war Schauplatz der Internationalen Deutschen Meisterschaften im Kickboxen der Verbände ICO (International Combat Organisation) und WKC Deutschland (World Kickboxing Commission). Mit über 400 Starts und 370 Teilnehmern von 45 Schulen aus ganz Deutschland war das Turnier gut besucht.

„Das ist das erste Turnier dieser Art“, betonte WKC-Bundestrainer Tjorben Kasch. Der Kampfsportler des TSV Sarau aus Dorf Berlin war zusammen mit ICO Bundestrainer Marco Tank aus Lübeck hauptverantwortlich für den reibungslosen Ablauf der Wettkämpfe. Veranstalter waren die Baltic Warriors, das Kickboxteam des TSV Sarau, und der Telekom SV aus Lübeck. „Das Besondere an diesem Turnier ist, dass es das erste Inklusionsturnier beider Verbände ist“, sagt Tjorben Kasch. Der Verband der behinderten Budosportler (Ikkaido e.V.) war Partner der Veranstaltung. Ziel sei es, die behinderten Budosportler in die Mitte der (Kampfsport)-Gesellschaft zu bringen. Daher absolvierten die Sportler mit Beeinträchtigungen ihre Disziplinen nicht am Rande der Veranstaltung, sondern wurden in den laufenden Turnierbetrieb eingebunden.

„Ich bin seit etwas mehr als einem Jahr beim Kickboxen“, erzählt Dirk Nordström. Der 50-jährige Seedorfer geht offen damit um, dass er Depressionen hat. „Deswegen bin ich zum Kickboxen gekommen. Der Sport hat positive Auswirkungen auf die Heilung.“ Beim Kickboxen komme neben der körperlichen Ertüchtigung auch der Spaß dazu. In der Selbstverteidigung belegte der 50-Jährige den ersten Platz. Beim Leichtkontakt-Wettkampf der Veteranen im Superschwergewicht reichte es immerhin zu Rang zwei. Für Piet Burmeister war der Wettkampf eine tolle Erfahrung. „Ich bin seit zwei Jahren beim Kickboxen. Das war mein drittes Turnier.“ Beim Pointfight in der Klasse der 13- bis 15-Jährigen zwischen 60 und 65 Kilogramm wurde der Sportler vom Kung-Fu- und Bewegungszentrum Klein Rönnau Zweiter. Der 15-Jährige aus Blunk musste sich in seinem einzigen Kampf Marcel Schönbom aus Lübeck geschlagen geben. Dennoch habe sich die Teilnahme gelohnt.

Die Verantwortlichen zogen am Ende ein positives Fazit. „Die German Open der ICO, die wir als Kooperationspartner zeitgleich auch als Qualifikationsturnier der WKC für unsere Weltmeisterschaft in den USA (Niagara Falls) genutzt haben, war ein voller Erfolg“, erklärte Tatjana Cordts, Pressesprecherin des TSV Sarau. „Es ist toll zu sehen, wie die führenden Sportler beider Verbände sich auf sportlicher Ebene austauschen, sich gegenseitig unterstützen und anfeuern.“