Viel Luft und Raum für Kreativität und Bewegung

Viel Raum zum Toben bleibt den Kindern in der Bewegungshalle der Kita Arche. Foto: osp

Bad Bramstedt. (osp) Die Zeit des Provisoriums in Containern ist für Kinder, Personal und Eltern der Kindertagesstätte Arche seit Anfang Januar vorbei. Am vergangenen Freitag wurden die neuen Räumlichkeiten offiziell eingeweiht. Ein weiteres Einweihungsfest für die Kinder soll in der warmen Jahreszeit folgen, wenn auch die noch nicht ganz fertig gestellten Außenanlagen voll genutzt werden können. 

Seit 1971 besteht die Arche, deren Räumlichkeiten in Fertigbauweise erstellt worden war und die so marode waren, dass ein Großteil nicht mehr zu renovieren war. Der neueste Bauabschnitt, die Krippe, stammt aus den Jahren 2013/2014. Der Abriss des Holzrahmenbaus habe deshalb auch kaum Schwierigkeiten bereitet, erklärte Architektin Angelika Schnack gegenüber den Gästen. Sie hatte den Ersatzbau für zwei Elementargruppen mit bis zu 22 Kindern, die über drei Jahre alt sind, und zwei Familiengruppen für je 15 Kinder geplant. Insgesamt stellt die Arche 90 Betreuungsplätze zur Verfügung. 

„Wir können nur Räume schaffen, Räume mit möglichst optimalen und gesunden Voraussetzungen für Ihre Arbeit. Licht, Luft und Raum für Kreativität und Entwicklung. Geist und Inhalt entstehen durch Ihr Konzept und Ihre Arbeit“, so Angela Schnack. In diesem Sinne erbat auch Pastorin Miriam van der Staaij den Segen für die Kita. Das gute Miteinander solle, gestärkt durch die neuen hellen Räume, weitergehen, so die Pastorin. Gottes Segen möge das Miteinander prägen. Sie wünschte eine Atmosphäre der Wertschätzung und des Wohlwollens. Toleranz, Vielfalt und Verständnis nannte der Vorsitzende des Kirchengemeinderates, Jochen Baumann-Schölzke, als wichtige Punkte des Miteinanders in der Einrichtung. Den Entschluss, die Arche als Neubau wieder entstehen zu lassen, bezeichnete er als einen Teil der öffentlichen Mitverantwortung der Kirche.

Finanzierung dank vieler Sponsoren

Baumann-Schölzke dankte den vielen Menschen und Einrichtungen, die mit dafür gesorgt hatten, dass dieses unter der Regie der Kirchengemeinde entstandene Gebäude realisiert werden konnte. Immerhin ging es um rund zwei Millionen Euro für die neu entstehenden 570 Quadratmeter, von denen die Stadt 500.000 Euro dazu gab, knapp 328.000 Euro Zuschüsse gab es aus dem Kommunalen Investitionsprogramm des Bundes. Die Kirchengemeinde selbst brachte 340.000 Euro auf und für 800.000 Euro wurde ein Kredit aufgenommen. „Die Kosten werden sich auch im geplanten Rahmen bewegen“, freute sich Jochen Baumann-Schölzke, der den Bau als Projektleiter seitens der Kirche begleitete. Die Stadt, die Architektin und die den Bau ausführenden Firmen hätten sehr gut miteinander gearbeitet, betonte er.

Orte für Rückzug und Gemeinschaft

Neben vielen baulichen Neuerungen ist vom Konzept her neu, dass die Kinder sich nicht den ganzen Tag in einem festen Gruppenraum aufhalten müssen, sondern alle Räumlichkeiten aufsuchen können. So ist der Garderobenbereich mit als Spielflur angelegt. Architektin Schnack betonte, dass die Kinder einen Großteil ihrer wachen Tageszeit in der Kita verbringen. „Dafür braucht es Räume mit vielen verschiedenen Angeboten und Möglichkeiten. Mal laut, mal leise, mal aktiv, mal kreativ. Ein Ort für Rückzug und Gemeinsamkeit, Platz zum Toben, Spielen, Lernen und Kennenlernen“, so Schnack. Dies wird von allen Seiten bestätigt, sei voll gelungen. „Hell und großzügiger“, lobten die Elternvertreterinnen Julia Klewwe, Carolin Maric, Anaika Sperling und Christine Göppert einhellig die neuen Räumlichkeiten.

Freies Bewegen in allen Räumen

Mika Reck gefällt die Turnhalle besonders. „Da kann man gut toben“, meint der Vierjährige. „Die Räumlichkeiten sind schön hell, man muss sich aber erst daran gewöhnen, dass die Kinder keiner festen Gruppe zugeordnet sind und sie sich frei bewegen und man sie beim Abholen erst einmal suchen muss“, meinte Vater Sören Reck. 

Einen kleinen Einblick, welch ein Aufwand für die Planung und Realisierung notwendig ist, gab Angela Schnack den Gästen. „10.000 Dateien auf dem Server und 70 Aktenordner. Vom papierlosen Büro sind wir bei so einem Bau noch weit entfernt“, meinte sie.