Wieder ein neues Aufgabenfeld

Seit fast 20 Jahren ist Hans-Hinrich Gerth Vorsitzender des Fördervereins „Halle für alle“. Obwohl die Sporthalle inzwischen steht, machen der Verein und er weiter. Foto: tö

Sievershütten. „Es ist ein gigantisches Gefühl zu sehen, wie gut unsere Sporthalle angenommen wird“, sagt ein rundum zufriedener Hans-Hinrich Gerth. „Und ich bin sagenhaft stolz darauf, dass wir diesen Bau mithilfe vieler engagierter Mitstreiter hinbekommen haben“, fährt der 59-Jährige fort, der seit der Gründung im Jahre 2000 Vorsitzender des Vereins „Halle für alle“ ist. Dessen Ziel war es, eine große Sporthalle für die drei Gemeinden Sievershütten, Stuvenborn und Hüttblek zu realisieren, weil die alte schon damals viel zu klein war.

Der 2,3 Millionen Euro teure Neubau konnte im vergangenen Jahr endlich mit einem mehrtägigen Fest eingeweiht werden. Doch nachdem das Ziel erreicht war, wollte sich der Verein mit seinen derzeit über 100 Mitgliedern trotzdem nicht auflösen. „Daran denken wir überhaupt nicht“, sagt Gerth, „denn wir haben ein neues Aufgabenfeld“. So habe der Verein vom Amt Kisdorf das Hallenmanagement für alle nichtsportlichen Aktivitäten übernommen. Denn die Halle ist, wie der Name schon sagt, für alle da. Auch für die Schule, den Kindergarten oder auch für festliche Anlässe von Vereinen und Organisationen. „So wollten wir es“, erklärt der Vorsitzende, der im Rückblick zugibt, dass er zwischendurch auch schon mal drauf und dran war, die Flinte ins Korn zu werfen. Am größten sei die Frustration gewesen, als vor über zehn Jahren durch das damalige Konjunkturpaket der Bundesregierung die Finanzmittel plötzlich da waren, aber der Hallenbau aufgrund bestimmter Kriterien des Kreissportverbandes noch nicht an der Reihe war. „Aber aufzugeben war nicht unser Ding“, so Gerth. Und so konnte 2018 nach 14 Monaten Bauzeit die 900 Quadratmeter große Halle auf der Gemeindegrenze von Sievers-hütten und Stuvenborn in Betrieb genommen werden. 80 bis 90 Prozent der Sport- und Spielgeräte dort wurden vom Förderverein finanziert. „Über 100.000 Euro haben wir dafür investiert“, so Gerth. Geld, das aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden stammte. „Wenn ich heute meine Enkelkinder in der Halle herumspringen sehe, weiß ich, dass sich die ganze Mühe gelohnt hat.“

Der Zimmermeister, der in seinem Geburtsort Sievers-hütten einen eigenen Betrieb mit acht Mitarbeitern leitet, ist Ehrenamtler durch und durch. „Ich spende meiner Heimatgemeinde gerne Zeit, das ist mein Beitrag für die Allgemeinheit.“ Seit letztem Jahr sitzt der Vater von drei erwachsenen Kindern, der in jungen Jahren begeisterter Rallyefahrer war und sich im Motorsportclub Kaltenkirchen engagierte, auch in der Gemeindevertretung. Hier möchte er etwas für die Jugend tun, Nachwuchs für die Politik im Ort interessieren. „Denn es muss etwas nachwachsen. Es fehlen junge Menschen, die mitwirken möchten.“

Warum er jahrelang so viel Freizeit für die Gemeinschaft opferte, kann Gerth nicht sagen: „Man ist halt so, wie man ist. Das habe ich wohl von meinem Vater.“