Wildwestfans kamen ihren Karl-May-Stars ganz nah

Dicht an dicht drängelten sich die Karl-May Fans am Sonnabend in der Hamburger Straße. Nadine Heidemann aus Bleckede freute sich über das Treffen mit Wokadeh, dem Weißen Büffel, der von Fabian Monasteros gespielt wird. Foto: kjh

Bad Segeberg. Wenn die Häuptlinge Winnetou (Apachen) und Hong-pe-te-keh, der Schwere Mokassin (Siox-Ogellallah), entspannt plaudernd nebeneinander her schlendern, dann ist im Wilden Westen etwas anders als sonst. Denn für gewöhnlich bekämpfen sich die beiden Indianer bis aufs Blut – allerdings oben im Freilichttheater am Kalkberg, nicht unten in der Fußgängerzone. Dort zogen Alexander Klaws, Nicolas König und die anderen Darsteller des Karl-May-Ensembles am Sonnabendvormittag vom Marktplatz aus unter großem Beifall ein. Die gut einstündige Visite mit anschließender Autogrammstunde war für viele Besucher wieder unbestrittener Höhepunkt der Aktion „Eine Stadt spielt Karl May“.

Bereits anderthalb bis zwei Stunden vor dem Erscheinen der Stars aus der aktuellen Inszenierung „Unter Geiern – Der Sohn des Bärenjägers“ fanden sich die ersten Fans vor den fünf Stationen ein, die die Kalkberg GmbH zwischen dem Verlagshaus C.H. Wäser und der Arko-Filiale platziert hatte.

Seit nunmehr bereits 20 Jahren kommt Birgit Hertenstein aus dem fernen Frankfurt am Main nach Bad Segeberg. Ihr Freund habe gar ein eigenes Karl-May-Zimmer, erzählte sie, und dafür sammele sie Plakate und Bilder mit den Unterschriften der Stars. Nadine Heidemann war mit einigen Freunden aus Bleckede angereist: „Das ist immer unser Jahreshighlight“, berichtete sie, als sie sich von Fabian Monasterios – alias Wokadeh, der Weiße Büffel – eine Unterschrift geben und mit ihm ablichten ließ. Nicht ganz so weit hatte es Heike Steckelies aus Timmaspe bei Neumünster. Sie hat mit ihrer Familie seit 1981 keine einzige Inszenierung ausgelassen und freut sich jetzt besonders auf die allerletzte Vorstellung, in der traditionsgemäß allerlei Ulk betrieben wird. Silke Mailand und Andreas Schinke kommen erst seit drei Jahren ins Kalkberg-Stadion, dafür aber jedes Jahr zweimal: „Beim ersten Mal sitzen wir am Mittelgang, wo die Pferde vorbeireiten, danach schauen wir uns das Ganze noch einmal aus der ersten Reihe an.“ Auch ein Dauergast ist Karina Daniel aus Mölln. Seit 1993 besucht sie die Aufführungen regelmäßig und hat sich jedes Jahr für die Autogrammstunde einen besonderen Gegenstand ausgedacht. Dieses Jahr ist es ein großer Kaffeebecher, auf dem sie die Unterschriften sammelt.

Auf sehr gute Resonanz bei den Besuchern stieß die Aktion der Segeberger Zeitung. Direkt vor dem Verlagshaus gab es für Kinder die Möglichkeit, sich als Cowboy oder Indianer ausstaffieren und fotografieren zu lassen. Außerdem gab es ein Preisausschreiben, bei dem eine Mini-Kreuzfahrt gewonnen werden konnte.