WZV will Mülltrickser ausbremsen

Mit einem Chip sollen alle 180000 Tonnen des Wege-Zweckverbandes (WZV) ausgerüstet werden, erklärt Dr. Julia Hobohm, Leiterin der WZV-Abfallwirtschaft. Damit lässt sich jede Tonne identifizieren, Haushalten zuordnen und die Entleerung kontrollieren.

Kreis Segeberg. Der Wege-Zweckverband (WZV) will Mülltricksern auf die Spur kommen und mehr Ehrlichkeit im System erreichen. So werden in Ellerau alle 4900 WZV-Tonnen mit Chips eines Ident-Systems ausgestattet, damit ab Juli nur noch diese ausgeleert werden und keine Schwarztonnen mehr. Ende 2019 beschließt der WZV, ob wie geplant das System auf den Rest des Kreisgebietes (ohne Norderstedt) mit insgesamt 180.000 Behältern ausgeweitet wird. Außerdem erhalten diejenigen, die weniger Müllmengen abrechnen wollen als die Tonne groß ist, seit einigen Monaten nur noch volumenreduzierte Tonnen, also keine herkömmlichen Tonnen mehr mit Füllgrenzmarkierung, die mitunter trotzdem voll an die Straße gestellt worden waren. Und zum Dritten befasste sich der WZV-Abfallwirtschaftsausschuss mit neuer Technik, die den Inhalt einer Bioabfalltonne kontrolliert. Zum Leidwesen des WZV befinden sich viele Kunststoffe und Metalle im Bioabfall, sagte Dr. Julia Hobohm, Leiterin der WZV-Abfallwirtschaft, während einer Sitzung des WZV-Abfallwirtschaftsausschusses. Medikamente und Batterien seien zudem eine große Gefährdung. Und ein Problem seien auch die Biobeutel, die leider nicht in drei Wochen verrotten würden, sondern mehr Zeit benötigten. Sie machen den aus Bioabfall hergestellten Kompost unverkäuflich und hätten im Bioabfall nichts zu suchen. Alle unpassenden Stoffe würden die Bioabfall-Entsorgung verteuern und die Wiederverwertung behindern. Das scheint vor allem im Geschosswohnungsbau ein Problem zu sein, hatte eine Untersuchung des WZV vor einigen Monaten in Kaltenkirchen gezeigt. Eine Lösung wäre ein sogenanntes „Fremdstoff-Detektionssystem“, das Hobohm dem Ausschuss vorstellte. Ihre Mitarbeiterin Annika Trimpert betonte nach der Sitzung, dass derzeit keine Einführung eines solchen Systems geplant sei, auch nicht als Testprojekt. „Es ging nur darum, vorzustellen, dass solche Systeme existieren und andernorts auch eingesetzt werden.“ Der WZV setze in Sachen Trennverhalten weiterhin auf Aufklärung und Kommunikation.

Ident-System bremst Schwarztonnen aus

Mit den Chips, die am Tonnenkragen installiert werden, wird jede WZV-Tonne einem Haushalt zugeordnet. Von einem enormen Einsparpotential für den WZV spricht Hobohm. Denn drei bis sieben Prozent der Tonnen seien sogenannte Schwarztonnen, die der WZV bislang mit entleert hat. Das können Fremdtonnen sein, die mit an den Wegesrand gestellt worden sind. Oder Tonnen, die in der Woche schon mal geleert worden waren, aber neu gefüllt in der Nachbarstraße noch mal zum Leeren abgestellt werden. Oder Zweittonnen, die erschlichen worden sind, weil dem WZV der vermeintliche Verlust der Ersttonne gemeldet worden war, diese aber gar nicht verloren gegangen war. „Manche Bürger sind da sehr erfinderisch“, sagt Karin David, Vorsitzende des Ausschusses und Bürgermeisterin von Dreggers. Klar ist aber: Ab Juli werden in Ellerau nur noch gechippte Tonnen entleert. Die Investitionen für die Umrüstung der Tonnen dort kostet rund 51.000 Euro. Weil dann keine Schwarztonnen mehr entleert werden müssen, wäre das Geld nach rund zwei Jahren wieder hereingeholt.