Maßnahmen gegen Mobbing üben

Viktoria und Tamara sind beim Anti-Mobbing-Training voll bei der Sache. „Wir haben schon viel gelernt, außerdem macht es Spaß“, sagen die Mädchen. Foto: bmdViktoria und Tamara sind beim Anti-Mobbing-Training voll bei der Sache. „Wir haben schon viel gelernt, außerdem macht es Spaß“, sagen die Mädchen. Foto: bmd

Henstedt-Ulzburg. (BMD) Mobbing an Schulen und in Vereinen ist ein Thema, das lange Zeit in der breiten Öffentlichkeit ausgeblendet wurde. Um gegen diese Form der Ausgrenzung mit Kampagnen, Informationen und echten Hilfen Zeichen zu setzen, gibt es in Schleswig-Holstein seit 2010 jeweils im Dezember den Anti-Mobbing-Tag. Schirmherr ist in diesem Jahr Ministerpräsident Daniel Günther.


„Auch die Olzeborchschule in Henstedt-Ulzburg stellt sich diesem Thema und veranstaltet seit fünf Jahren mit Erfolg ein Anti-Mobbing-Training“, berichtet Sozialarbeiterin Frauke Nagel, die die Übungen mit ihrer Kollegin Nora Grundmann organisiert. Das Training setzt in den dritten und vierten Klassen ein und läuft in unterschiedlichen Variationen bis zur zehnten Klasse in der Henstedt-Ulzburger Grund- und Gemeinschaftsschule. Um die körperlichen und mentalen Abwehrmechanismen zu üben, hat die Olzeborchschule die Trainer Lars und Madeleine Steenbuck von der Kung-Fu-Schule Bad Bramstedt engagiert, die einen ganzen Vormittag mit den acht- bis zehnjährigen Kindern der dritten und vierten Klassen trainierten. Wie ein Faustschlag oder ein Fußtritt abgewehrt wird, wurde mit den Kindern geübt. „Aber vielleicht muss es erst gar nicht zu dem Gewaltakt kommen“, weiß Nagel, die das Training aktiv begleitet. Wie wäre es, wenn ich meinem Kontrahenten einfach ein überraschendes Lächeln schenke? „Kinder haben mir berichtet, dass das tatsächlich funktioniert hat“, erzählt Nagel.

Trainerin und Trainer Madeleine und Lars Steenbuck von der Kung-Fu-Schule Bad Bramstedt üben mit den Kindern das Anti-Mobbing-Training. Foto: bmd
Trainerin und Trainer Madeleine und Lars Steenbuck von der Kung-Fu-Schule Bad Bramstedt üben mit den Kindern das Anti-Mobbing-Training. Foto: bmd

Doch die Olzeborchschule macht noch viel mehr als das Anti-Mobbing-Training. „Wir bilden Konfliktlotsen aus, veranstalten ein vierwöchiges Selbstbewusstseinstraining für Mädchen. Es gibt Veranstaltungen zum sozialen Lernen, wie Gemeinschaft entsteht und wie Kinder zu tolerantem Verhalten angehalten werden“, umreißt Lehrerin Hilke Mahrt die Projektarbeit der Schule. Dazu gehöre auch, dass Kinder frühzeitig lernen, ihre Bedürfnisse auszudrücken. „Natürlich, mobbingfreie Schulen gibt es sicherlich nicht, aber wenn die Schüler mehr aufeinander achten, kommen wir dem Ziel ein Stückchen näher“, resümiert die Lehrerin.