Erinnerungen an den Jahrhundertwinter

Der Film „Schnee von gestern“ lässt mit beeindruckenden Bildern erneut die Schneekatastrophe im Kreis Segeberg lebendig werden. Foto: Harder

Kreis Segeberg. Haushohe Schneeverwehungen, klirrende Kälte, leere Geschäfte: Der Jahrhundertwinter 1978/79 bleibt für alle, die ihn erlebt haben, unvergessen. Am 28. Dezember 1978 fing es an zu schneien und hörte nicht wieder auf. Die erste Schneewalze traf den Norden bis zum 8. Januar, dann, als alles überstanden schien, kehrte der Schnee am 13. Februar mit aller Härte zurück. Bei einem der härtesten Winter überhaupt in Schleswig-Holstein waren zahlreiche Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten, Schiffe froren auf der Ostsee fest und die Versorgung mit Lebensmitteln funktionierte nicht mehr. Hubschrauber warfen Futtersäcke über Bauernhöfen ab, brachten Windeln für Babys, Medikamente und Lebensmittel und flogen Hochschwangere in die Krankenhäuser. Bei minus 20 Grad starben in Schleswig-Holstein sechs Menschen. Der Kreis Segeberg kam im Vergleich mit den Regionen weiter im Norden Schleswig-Holsteins noch vergleichsweise glimpflich davon. Doch auch hier herrschte zeitweise ein Fahrverbot. 

Viele, die die Schneekatastrophe vor 40 Jahren miterlebten, haben die Ausmaße des Jahrhundertwinters mithilfe von Filmen und Fotos für die Nachwelt festgehalten. Die privaten Aufnahmen zeigen das unvorstellbare Ausmaß der Katastrophe, die dramatischen Seiten des Winters, doch auch kuriose und heitere Szenen. Gerade für Kinder waren die Schneemassen ein Erlebnis und ein Abenteuer, wurden mit Schlitten und Skiern erobert.

Aus 30 Stunden Rohmaterial aus privaten Filmarchiven haben die Filmemacher Claus Oppermann und Gerald Grote ein 55 Minuten langes Gesamtwerk über die Schneekatastrophe geschaffen. Der Film „Schnee von gestern“ lässt Verantwortliche der Rettungsmannschaften und betroffene Menschen zu Wort kommen und zeigt beeindruckende Bilder aus der Region. Nach der ausverkauften Erstauflage wird die Schnee-Doku nun am 17. Februar erneut im CinePlanet5 gezeigt. Präsentiert wird der Film von der Segeberger Zeitung. Es sind nur noch einige wenige Karten erhältlich. Karten gibt es im Kundencenter der Segeberger Zeitung in der Hamburger Straße 26 für 9 Euro. Einlass ist um 11 Uhr, Beginn der Vorstellung um 11.30 Uhr.