Verpasste Chance aufs Finale beim Hallenmasters

Während die Mannschaft Platz drei auf dem Feld belegte, gebührt der Titel der farbenfrohesten und lautesten Fans den Anhängern des SV Todesfelde, die ihr Team frenetisch feierten. Foto: gts

Kiel/Todesfelde. (maw/bru) Beim Hallenmasters Turnier in der mit 8219 Zuschauern vollbesetzten Sparkassen-Arena kam das Aus für den SV Todesfelde im Neunmeterschießen.

Morten Liebert stürmte als Erster los. Seine Mannschaftskameraden waren dem Oberliga-Fußballer des SV Todesfelde dicht auf den Fersen. Ein paar Augenblicke später erreichte das gesamte Team Lukas Benner. Der Fehlschuss des Keepers im Halbfinale des 21. Lotto-Hallenmasters hatte alle aus den Träumen gerissen. Titelverteidiger SC Weiche 08 Flensburg stand nach dem 7:6 im Neunmeterschießen im Endspiel, die Todesfelder waren ausgeschieden.

Und was machten die Todesfelder Kicker? Sie spendeten Pechvogel Benner Trost. Jeder nahm den 22-Jährigen für einen kurzen Moment in die Arme. In diesen Sekunden zeigte sich, welch großer Zusammenhalt im Team von Trainer Sven Tramm herrscht. Es war zweifelsfrei einer der bittersten Momente in der Karriere des jungen SVT-Keepers. Aber auch einer der bewegendsten. „Ich hätte fast geheult“, räumt Lukas Benner ein, der selbstkritisch feststellt: „Ich bin 1,92 Meter groß und das Tor nur fünf Meter breit. Einen Neunmeter hätte ich halten müssen.“ Spieler, Trainer, Verantwortliche und auch die mehr als 700 Todesfelder Fans besaßen in diesen Sekunden ein feines Gespür. Sie feierten den Torwart, als ob er seine Mannschaft in das Finale geschossen hätte. „Wenn du nach einem Patzer hörst, wie hunderte Menschen deinen Namen rufen, tut das richtig gut.“

Richtig gut, da waren sich alle einig, präsentierten sich Mannschaft und Fans des SV Todesfelde. Sie rockten an diesem Abend die Sparkassen-Arena.

Holger Böhm, Vorsitzender beim SV Todesfelde, resümiert: „Ein fantastisches Turnier unserer Mannschaft. Das bittere Ausscheiden schmälert nicht den grandiosen Gesamteindruck. Ich freue mich erstens besonders für Bernd Jorkisch, der uns seit Jahren als Sponsor die Treue hält. Zweitens für die tollen Fans und drittens für unseren Trainer Sven Tramm, der einen herausragend guten Job macht.“ Der Sponsor Bernd Jorkisch meldet sich auch zu Wort: „Vor einem Jahr, als wir ohne Punktgewinn nach Hause gefahren sind, war ich richtig grantig über den enttäuschenden Auftritt. Heute darf niemand enttäuscht sein. Es war überragend, was die Mannschaft geboten hat. Wir haben Herz und Leidenschaft gezeigt und dabei tollen Fußball gespielt. Am Schluss hat gegen die Flensburger nur ein ganz kleines bisschen Glück zum Finaleinzug gefehlt.“